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Alle Texte des Bewerbungsvideos

Hecke schneiden – Jungfrau bleiben
Seit ich dich eines Tages traf, kenn ich beileibe
Keinen unerschöpflicheren Quell der Langeweile
Starrst auf die Tanzfläche aus sicherer Distanz
Genügst als Randfigur vom Dienst dir voll und ganz
Mit deiner Reinlichkeitsmanie im Eigenheim
Erstickst du stets den allerkleinsten Flirt im Keim
Du bist und bleibst halt buchstäblich „einsame“ Spitze
Indem du dich halb totlachst über deine eignen Witze
Verzeih die Oberflächlichkeit meiner Metapher
Werd endlich mal Verkehrsteilnehmer, denn sonst bleibst du Gaffer
Und deshalb wage ich jetzt kühn, sei mir nicht böse
Die eine oder andre steile Hypothese:
Hecke schneiden – Jungfrau bleiben
Rasen mähen – leer ausgehen
Abfall trennen – Date versemmeln
Hat je sich fortgepflanzt, wer nie Lambada tanzt?
Unkrautjäter – Liebestöter
Grünes Däumchen – aus das Träumchen
Einsam sterben – nichts vererben
Hat je dem Sex gefrönt, wer Discofox verpönt
Hecke schneiden – Jungfrau bleiben
Früh aufstehen – Däumchen drehen
Gräben graben – Flaute haben
Oder mach‘s doch einfach so wie ich:
Tasten schwingen – Schwachsinn singen – Freude bringen
Zeitgeist
Zeitgeist, komm geh mir aufn Sack
Ich hab noch nicht genug von mehr Schein als Sein und Lug und Trug
Komm rein, mach‘s dir bequem auf meinem Vintagemobiliar
An mir und meinem altbackenen Lifestyle lass nicht ein gutes Haar
Zeitgeist, erteil mir ne Lektion in Coolness und in Oberflächlichkeit
Ich bin zu jedem Scheiß bereit
Damit ich endlich nicht mehr rausstech aus der Masse
Oh Zeitgeist lehre mich zu lieben, was ich hasse
Kratz mir erbarmungslos am Oldtimerlack
Hey Zeitgeist, komm geh mir aufn Sack
Zeitgeist, komm geh mir aufn Sack, belehr mich was ich brauch
Wovon ich wann, was und wieviel ess, trinke oder rauch
Zeitgeist, aus alt mach endlich neu mit mächtig Modeheiteitei
Kuriere fluchs meine Prinzipienreiterei
Komm und heil mich Einfaltspinsel und befrei
Mich aus den Zwängen meiner Besserwisserei
Vermies mir all die kleinen Brötchen, die ich back
Hey Zeitgeist, komm geh mir aufn Sack
Zeitgeist, komm geh mir aufn Sack
Mach bloß kein Ende mit dem Spuk, denn ja noch längst bin ich nicht durchschnittlich genug
Zeitgeist, du Aladin für jedermann
Gib dir ein Stelldichein, lass mich nicht einfach wunschlos glücklich sein
Zeitgeist, du Gespenst, das ich nicht rief
Komm, lehre mich das Gruseln mit jedem Trend, den ich verschlief
Lass meine kranke Denke notfallamputieren
Mich bis zur Unkenntlichkeit hirnvasektomieren
Wasch mir den Dickkopf und diktier mir den Geschmack
Hey Zeitgeist, komm geh mir aufn Sack
An meinem Lebenswandel lass nicht ein gutes Haar
Bis ich am Ende selber nicht mehr weiß, wer ich mal war
Obwohl, ich könnte mich ja googeln und mit all meinen Allüren
Mich Marotte für Marotte wieder selbst rekonstruieren
Zeitgeist, oh nein, mich treibst du nicht
In die Habsucht auf dem Einbahnstraßenstrich
Sorry, glaub da werd ich lieber wieder ich
Verehrter Zeitgeist – ich scheiß auf dich!
Abends wenn die Handwerker gehn
Früh um halb sieben, es klingelt an der Tür
Ich überlege, vielleicht stelle ich mich tot
Dieser Termin, so muss ich schnallen, war mir vollkommen entfallen
Was bin ich doch bloß für ein Vollidiot
Sie tragen Bärte, ihre Hosen haben Lätze
Und sie qualmen erst mal eine ohne Hetze
Dann inspizieren sie den Schaden und ich hör den Kapo sagen
„Ein zwei Stunden und wir bringen das ins Lot“
Und als mein Blick fällt auf die rostzerfressene Regenrinne
Muss ich an Hesse denken, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Abends wenn die Handwerker gehn
Gibt‘s wieder Wasser, heißes, heißes Wasser
Doch schon am nächsten Morgen – zapzerap!
Da stellen sie’s wieder, da stellen sie’s wieder ab!
Sie rücken destruktiv der Bausubstanz zu Leibe
Einem Schweizer Käse ähnelt bald schon meine Bleibe
Sie reißen Witze über Detlev und Blondinen
Während sie Scheiße pumpen tief aus den Latrinen
Sie sagen „Mahlzeit“ und nicht „Guten Appetit“
Vespern Büchsenwurst und kratzen sich im Schritt
Sie gießen fleißig, wenn sie müssen, meine Rosen und Narzissen
Denn sie zischen nicht grad just a little bitt. Doch…
Abends wenn die Handwerker gehen…
Sie zweckentfremden meinen schneeweißen Flokati
Als Schuhabstreifer ohne Rücksicht auf Verlust
Sie ecken an und schon mit Wucht geht mein Lampenschirm zu Bruch
Doch das bereitet denen keinerlei Verdruss
Weshalb erzählen die es nicht lieber ihrer Oma
Mit Fachchinesisch quatscht man wieder mich ins Koma
Der Vorarbeiter ohne Ach und Weh:
„Noch ein zwei Wochen so in etwa um den Dreh“
In vier Wochen wenn die Handwerker gehn
Gibt‘s wieder Wasser, kaltes, kaltes Wasser
In vier Wochen wenn die Handwerker gehn
Gibt‘s wieder Wasser, vielleicht kaltes Wasser
Doch schon im nächsten Monat – zapzerap!
Da stellen sie’s wieder… Da stellen sie’s wieder ab!
Es schellt das Telefon und dran ist mein Vermieter
Sagt: „Ich versteh Sie schlecht, was issn das fürn Krach?
Der tropfend Hahn, ist das behoben?“
„Nein, die stehen jetzt ganz da oben
Schmeißen wacker alle Ziegel uns vom Dach!
Nebst dem Gebälk, wurd mir gesagt, wohl oder übel
Muss alles neu, weil krass der Holzbock es besiedelt
Man riet mir dringend alles Mauerwerk zu dämmen
Doch mit dem Einwand, ob das überhaupt sich lohnt
Ich geb das bloß ganz froh und heiter ungefiltert an Sie weiter
Abriss und Neubau sei die bessere Option“
Und ich beginne krampfhaft zu reflektiern
Ob dies Martyrium denn überhaupt sich lohnt
Da merk ich Hermann Hesse bräucht dringend auf die Fresse
Weil bloß dem Ende echt ein Zauber innewohnt!
Abends wenn die Handwerker gehn
Gibt‘s wieder Wasser, heißes, heißes Wasser
In zwei Stunden oder übernächste Woche oder in drei Monaten
Oder überhaupt nie mehr, wenn die Handwerker gehen,
Gibt‘s wieder Wasser, heißes, heißes Wasser
In unserm Haus
Warum der?
Warum ist ausgerechnet der, der süßer lächelt als Brad Pitt
Heißer tanzt als John Travolta, sich mit Harry Styles nix nimmt
Wie ist ausgerechnet der, an dem nun wirklich alles stimmt,
Immer eben grade der, der dir vom andern Ufer winkt?
Immer eben grade der, der dir vom andern Ufer winkt
Wie kommt‘s dass der, der dir mal nicht bereits nach zehn Sekunden stinkt
Als einziger nicht geifernd vor dir auf die Knie sinkt
Messer und Gabel kennt und sich nicht wie ein Höhlenmensch benimmt
Ausgerechnet immer der ist, der vom andern Ufer winkt?
Ausgerechnet immer der, der dir vom andern Ufer winkt
Wieso denkt einer, der verspricht, dass er dein‘ Slip ins Schwitzen bringt
Der Allerknusprigste von allen, nicht mal im Traum dran dich zu knallen?
Wie kann das sein, ist grade der, der so sein‘ Waschbrettbody trimmt
Immer jener der charmant dir dort vom andern Ufer winkt?
Immer eben grade der, der dir vom andern Ufer winkt
Warum ist ausgerechnet der, der immer Arschbach Cola trinkt
grad der, der dich halt immerzu mit bloßen Blicken schon verschlingt?
Der, der dich wenn er ‘n Mund bloß aufmacht auf die Palme bringt
Kannst ein’ drauf lassen, der ist der, der nicht vom andern Ufer winkt
Versteh wer will, dass immer der, den ich im Bett will
Unbedingt lieber nem schlechtrasierten Cowboy willig in die Arme sinkt
Wetten, dieser junge Gott ist mal wieder ganz bestimmt
Einer dieser Bruderschaft, die dort vom andern Ufer winkt?
Wie immer ausgerechnet der, der dir vom andern Ufer winkt
Es ist immer grade der, der dir vom andern Ufer winkt
Bleib so
Ich hätt gedacht, dass mir deine Stimme fehlt
Wie überraschend doch dein Schweigen mich beseelt
Auf einmal komme ich so blendend mit dir klar
Denn jedes weitre Wort von dir bleibt mir erspart
Keiner mochte dich so sehr wie du dich selbst
Nun bist du so, wie du am besten mir gefällst:
Ich muss gestehen, auf einmal kann ich dich echt leiden
Jetzt fristest du dein Nichtmehrdasein ganz bescheiden
Jetzt wo vom Kirchturm die Glocken für dich läuten
Merk ich erst, wie wenig unsre Jahre mir bedeuten
Ja ich weiß, es wär jetzt an der Zeit für Trauer
Doch weil sie trocknen, sind halt Tränen nicht von Dauer
Bleib wie du bist
Wo du mal warst, da klaffen unzählbare Lücken
Die lass ich frei ganz nach Bedarf oder Entzücken
Bleib wie du bist
Bleib so!
Einer ist immer krank
Die Dromedare gesattelt, nen Pfeifchen Weihrauch qualmend
Sitzen Melchior und Kaspar unter Dattelpalmen
Neben Baltasar und Gerhard, weltweit besser bekannt
Als die heiligen vier Weisen aus dem Morgenland
Just bei Antritt deren Wüstenritts nach Betlehem
Schwächelt akut dem armen Gerhard sein Immunsystem
Kurzum sein Hausarzt hat ihn eine Woche krankgeschrieben
Doch der Geburtstermin des Heilands ist nicht aufzuschieben
So folgen bloß noch deren drei dem heilgen Lichte
Und König Gerhard und der Rest, die sind Geschichte
Einer
Einer ist immer
Einer ist immer krank
Flatrate Emotions
Drück mal auf Pause, nimm dir ne Brause
Friss doch meinen Kühlschrank, fühl dich wie zu Hause
Oder zieh doch ganz ein, da ist Platz für uns beide
In Länge wie Breite, endlose Weite
Fühl dich wichtig in meiner V.I. P. Location
Nimm den Lift ganz nach oben. Ring bei BIG Inspiration
Hopf in meim Kopf rum, spack durch die Räume
Leg deine heißeste Scheibe auf. Träum meine Träume
Hier drehn die Plattenteller schneller als in jedem Tanzkeller
Unsre Maxi Single wird der Hirndisco Top Seller
Komm, ich mix dir aus unserm IQ n Daikiri
Mit nem Schuss Blue Crazy auf trocknem Martini
Du brauchst keinen Grips
Für Hirn ist gesorgt
Hier gibt’s Sunshine and Oceans
Flatrate Emotions
Schmeiß die alte Hexe raus aus dem Pfefferkuchenhaus
Und komm rein, böses Bübchen, in mein Oberstübchen
Lass uns irren durch meine geheim` Gedankengänge
Und Ecken entdecken die ich nich mal selber kenne
Frag dich mal, lebst du noch oder denkst du schon
An das Starthilfekabel für die Hirnfusion
Erde an Commander der Schädelbasis
Kopfweh im Angebot, Hirnwäsche gratis
Ich bin Guru Kopföffner, hör meine Predigt
Glaub dem Erlöser sonst bist du erledigt
Komm, lass uns beten zu weißen Tapeten und
Dopen für die national Kopf Open
Du brauchst keinen Grips
Für Hirn ist gesorgt
Hier gibt’s Sunshine and Oceans
Flatrate Emotions
Bloß ein lustiges Lied ist ein gutes Lied
So ein lustiges Lied lässt zwischen zwei Selbstmordgedanken
Mich ab und an so etwas Ähnliches wie Freude tanken
Auch wenn es über manches einfach nicht hinwegtrösten kann
Wenn ich mal wieder mit dem linken Fuß zuerst aufstand
So ein lustiges Lied macht richtig Lust aufs Leben
Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen
Es ist ein Wunderheiler, eine Kerze im Wind
Für das, was längerfristig falsch läuft, macht es kurzfristig blind
Drum erklär ich ihr den Krieg, der ernsten Musik
Bei Trauerballaden da platzt mir der Kragen
Ich hasse jeden, der daraus hier nicht das Fazit zieht:
Bloß ein lustiges Lied ist ein gutes Lied
Bloß ein lustiges Lied ist ein gutes Lied
Weil im echten Leben eh schon so viel Scheiße geschieht
La la la la la la la la la la
Was gibt mir Kunstgeschmack und Stil, wenn‘s mich bloß runterzieht
Ein Quell der Erquickung, Balsam fürs Gemüt
Das beste aller Placebos ist ein lustiges Lied
Das seichte Tralala ist beinah schon Bürgerpflicht
Besonders für einen echten Sonnenschein wie mich
Belanglose Zeilen in versöhnlichen Tönen
Immer noch besser als mit Wirklichkeit sich zuzudröhnen
Ich verneble meine Sinne mit Fröhlichkeit
Fürn Trauermarsch ist nach meinen Tod genug Zeit
Ihr Requiemfreunde, ihr könnt mich mal lecken
Viel Vergnügen beim Schwarzmalen und Faktenchecken
Ich verabscheue jeden, der das anders sieht:
Bloß ein lustiges Lied ist ein gutes Lied
Bloß ein lustiges Lied ist ein gutes Lied
Denn die Welt ist doch ein gottverficktes Krisengebiet
La la la la la la la la la la
Und du bist dem Todernst geweiht noch eh du dich versiehst
Ein lustiges Lied, ich schneids mir rasch aus den Rippen
Und schon zaubert es uns tralala ein Lächeln auf die Lippen
Alle schunkeln im Frohsinn, alle stimmen mit ein
Jeder Gutmensch, jeder Depp, jedes Charakterschwein
Endlich nach abertausend Trauermärschen wusst ich es:
Ein richtig gutes Lied ist bloß ein lustiges
Mit dem Schalk im Nacken und einem Jäger aus Kurpfalz
Lebt sich’s gechillter als mit Brahms und einem Strick um den Hals
Liebe ist Käse
Wärst du Edelschimmel, gern wär ich dein Camembärchen
Schatz, für mich bist du das Blaue vom Roquefort
Du und ich, wir zwei, das stinkt doch irgendwie nach Märchen
Ein Harzer, eine Seele, das ist schon d’accord
Bleib aufm Teller, mein Appenzeller
Mein Tortenbrie, verlass mich nie
Liebe ist Käse!
Für jedes Lied, das ich dir schreibe, schmelz ich ne Emmentalerscheibe
Überbacke dir mein Innerstes in Romadur und Moll
Raspel Pecorino über jede Zeile, dein Zauberduft führt meine Reibe
Du bist mein Gorgonzola, hab nie die Nase von dir voll
Bleib aufm Teller…
Deine Liebe ist der Parmesan auf der Pasta, die man Leben nennt
Das wär ne fade Pizza, die nicht den Büffelmozzarella kennt
Nicht grad n glücklicher Vergleich
Ich weiß das hinkt. Sag wenn‘s dir stinkt
Bleib aufm Teller…
Alles andere ist Wurst!
Alle Lieder:
Musik: Christian langer, Text: Christian Langer/Ralpg Digel